Ich hatte Otto vorsichtshalber die Tage vorher schonmal darauf vorbereitet, dass Mami reiten gehe und eine Weile nicht sichtbar sein wird. Er war aber total begeistert, als Mami Reitschuhe und einen Helm bekam und dann auf Poppy das Pferd stieg. Er selbst wollte auch reiten, auf Papas Schultern. Das macht er seit Kurzem gerne. Ellie ist dann mit Begleitung die stillgelegte Bahnlinie lang geritten, wo wir auch schon oft spazieren gegangen sind.
Otto dagegen ist nach Mamis Abmarsch über den Wanderpfad und ein Feld rüber zum Meon geritten. Dort haben wir lange im Wasser gestanden und Otto hat Steine geschmissen. Als ich ihm gerade die nassen Sachen wechseln wollte find es an zu regnen. Zum Glück fing gleich daneben ein sehr geschützer Hohlweg an, wo ich ihn nicht nur umziehen konnte, sondern er hat sich auch überraschend gut mit Büschen und Beeren unterhalten. Der Pfad führt zur Kirche von Droxford, einem der schönsten Orte im ganzen Meon-Tal, nicht zuletzt wegen der Spielecke. Das Cafe hatte zu; zum Glück fragte Otto nicht nach dem versprochenen Kuchen. Stattdessen spielte er im Kirchenschiff mit den Autos aus der Spielkiste.
Ich habe bis heute immer ein bisschen Schiss, Otto alleine bespaßen zu müssen. Aber dieser Wechsel von Wasser, Feld, Bäumen und Kirche hätte ihn den ganzen Nachmittag auf Trab halten können. Er ist halt ein richtiger Naturbursche. Wir sagen immer, er wäre früher der perfekte Bauernsohn gewesen. Groß, stark, null Berührungsängste. Solange er auf seinen starken Beinchen draußen rumstapfen kann ist er glücklich.
Ellie war auch auf Trab gewesen und hatte den Ausritt sehr schön gefunden. Das ließe sich also nochmal machen. Es war Mittagszeit und ich hatte nicht an Proviant gedacht. Darum habe ich die Familie zu Pizza in einer nahen Kneipe eingeladen. Ellie fühlte sich zu dem Zeitpunkt langsam von gewissen Nebenwirkungen des Reitens immobilisiert. Aber Pizza im Garten nach zwei Stunden in der Natur war was schönes. Zum Glück war der Garten ummauert und abschließbar.
Zuletzt fuhren wir zu Leuten, die ich vom Tango kannte. Die hatten ganz viele Äpfel loszuwerden. Eigentlich wollte ich die nur einpacken, aber wie das so ist lief es am Ende auf Kaffee und Apfelkuchen hinaus, während Otto begeistert durch ihren großen Garten lief. Die haben da wirklich ein schönes Häuschen, gleich unter dem Alten Winchester-Hügel, wo ich oft wandern war. Insgesamt ein sehr viel längerer und schönerer Tag als erwartet, für alle.




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