Ich hatte jetzt fünf Tage frei, dank verschiedener royaler Feiertage, und wusste partout nichts mit mir anzufangen. Da hat man einmal Zeit, und dennoch gibt es zwischen Schlaf und Schlaf nur Pausen. Einen Nachmittag bin ich etwas ins Grüne gefahren. Am Tag darauf hatten Ellie und ich lange, lange einen Tag für uns geplant. Aber wieder einmal fiel die Tagesmutti aus, und so schön es auch ist mit Otto frei zu haben, zu zweit hätte nicht geschadet. Wir hatten geplant, irgendwo im Grünen in Ruhe einen Kuchen zu essen, rein zu Ehren des 70. Thronjubiläums der Queen. Irgendwie habe ich nie die kleinen Kuchen vergessen, die uns vor Jahren zur Hochzeit von Harry und Meghan kredenzt worden waren. Kleine Kuchen und Ruhe, man verlangt ja nicht mehr viel. Zu unserer Überraschung wurde an diesem Tag fast gar nichts gemacht in Portsmouth und wir sind stattdessen ins Umweltzentrum gefahren. War auch schön. Kuchen haben die da auch. Und Ellie trug ein schönes Kleid. Otto scheint letztens etwas mehr Interesse an Natur zu zeigen; man ist ja schon für wenig dankbar.
Wirklich toll wurde es erst Samstag, als wir mehr oder weniger spontan von einem Dorffest in Droxford am Fluss Meon erfuhren. Der Ort ist ja an sich schon schön; wir hatten Otto da letztens erst Pferde zeigen können. Für die Queen hat man sich aber richtig Mühe gegeben. Die zwei größten Häuser im Ort haben ihre Rasen für Stände geöffnet, Oldtimer, Tombola, selbstgemachter Kuchen in der Dorfhalle, Schüler sangen die Nationalhymne, später spielte eine Kapelle; alles organisiert vom Ortsrat. Auf dem Feld hinter der Kirche durften Kinder auf Ponys Reiten und ein Hof brachte Kleintiere zum Streicheln. Die Kirche selbst ist umgeben von einer blühenden Blumenwiese. Otto lachend im langen Gras. Die gute alte Zeit, Heile Welt, Bilderbuch von gestern. Hat trotzdem Spaß gemacht. Wir hatten Glück; waren früh angekommen, haben uns als erste Kuchen besorgt. Ich bereue nur, dass ich nicht viel mehr gekauft habe. Die Schlangen später habe ich gar nicht erst angefangen. Das war der schönste Tag des ganzen Wochenendes.
Als nächstes kommt Friedemann. Der ist heute von Dünkirchen nach Dover übergesetzt und sofern er da nicht ausgeraubt wird kommt er über Hastings und Brighton am Mittwoch bei uns an. Die Tagesmutti ist weiterhin nicht verfügbar; ich muss mir frei nehmen und Otto betreuen, ausgerechnet wenn ich den Kopf frei haben wollte für Friedemann. Wenigstens das Wochenende wird das gehen. Montag darauf nimmt er dann von hier die Fähre nach Caen und radelt von da nach Paris.
Otto-Nachrichten
- seit kurzem darf nur noch er selbst sich Dau Dau nennen, zum Spaß. Ich werde korrigiert, dass er Otto heißt. Irgendwann wird er wirklich nur noch Otto sein, und dann werden wir Dodo vermissen.
- er ist auch kein Baby mehr, sondern ein großer Junge. Allerdings ist er "mein Baby", woraufhin er auf die entsprechende Person zuläuft und gekuschelt werden muss. Dann hat er gern alle Leute aufgezählt, die ihn lieb haben und freut sich.
- er ist spürbar glücklich nach einer Woche nur bei seinen Eltern. Will alle paar Minuten kuscheln.
- letztens habe ich ihn das erste Mal alleine Karussell fahren lassen. Auf der Seebrücke. Jetzt bleibe ich mit ihm erstmal dem Meer fern, sonst zeigt er sofort den Strand runter und will da wieder hin.
Johannes-Nachrichten
- ich habe die Artus-Sage wieder aufgegeben. Zu albern. Ich lese wieder Obama, und ein paar Harzer Sagen, die ich gratis elektronisch gefunden habe.





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