Direkt nach den Windpocken brachte Otto eine Erkältung von der Tagesmutti mit nach Hause. Ellie und ich haben uns sofort angesteckt, und nach über einer Woche ist immer noch kein Ende abzusehen. Ich bin einfach nur erschöpft. Es nimmt einfach kein Ende mit Krankheiten, fehlender Kraft schon am Morgen und dann schlechten Nächten. Der abendliche Sport hatte mir mental ganz gut geholfen, aber das musste ich krankheitsbedingt sofort wieder abbrechen. Mir geht es nicht gut. Ellie auch nicht. Nur ich gebe es zu.
Letztes Wochenende sind wir mit Otto zur Hubertuskapelle gefahren. Vor allem aber probierten wir aus, ob man mit ihm in einem Pub auch mal essen kann. Ich hatte zwei mit großen Biergärten bzw. Wiesen hinter dem Haus ausgesucht. Ergebnis: es klappt sehr gut, solange einer mit ihm über die Wiese rennt. Hinter dieser speziellen Wiese fahren auch regelmäßig Züge. Bei der Gelegenheit habe ich Otto in einer kleinen Fußgängerunterführung das Konzept des Echos beigebracht. Tags darauf sind wir im weiter westlich gelegenen Tal des Flusses Meon die ehemalige Bahnstrecke entlang gelaufen. Unter jeder der alten Fußgängerbrücken dort hat Otto Echo gespielt. Gerade mit Erkältung hält er nie still, aber da zumindest durfte Papa ihn fast die gesamte Strecke tragen.
Die Woche ist an mir vorbeigeflogen; aus dem Haus komme ich sowieso nicht, und ein paar Tage war ich krank und wollte sowieso nichts mehr machen.
Gestern, Samstag, bin ich nachmittags nach vielen Verschiebungen, endlich einmal ein bisschen wandern können. Ich bin mit dem Auto den Fluss Meon hochgefahren, etwas weiter als wir mit Otto gewesen waren. Da liegt ein sehr kleines Naturschutzgebiete, einmal um eine Auenwiese am Fluss. Matschig und kalt, ab und zu Nieselregen. Dafür blüten die ersten Bäume. Ich bin später ziellos die Landstraßen abgelaufen; es war einfach schön mal draußen zu sein. Ganz zufällig lief ich an einem Bekanntem vom Tango vorbei, der arbeitet da als Leihgärtner in den teuren Häusern. Auch mal gut mit Menschen zu reden.
Heute sind wir mit Otto dann endlich Zug gefahren. Eine halbe Stunde nach Chichester, da rumgeflaufen, und wieder zurück. Otto hat gekichert vor Aufregung, es hat ihm richtig Spaß gemacht. Bald wird er ja fliegen. Dann will ich ihn mit auf ein Boot nehmen. Und irgendwann fahren wir einfach mal mit dem Bus durch die Gegend. Dieses Jahr wird das alles passieren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen