Letztes Wochenende habe ich Ellies Weihnachtsgeschenk abgeholt. Sie hatte uns eine besondere Abendführung durch die königliche Sternwarte in Greenwich gebucht. Das ist die berühmte Stelle mit dem Null-Meridian, in London, am Südufer der Themse. Die Nacht haben wir im Hotel verbracht.
Die Sternwarte wurde vor ein paar hundert Jahren auf dem Fundament eines kleinen Schlosses gebaut. Bevor unsere Führung anfang, sahen wir uns die Dauerausstellung an. Eine beschäftigt sich mit der Geschichte der Sternwarte und die andere ist ein Astronomiezentrum. Gelernt haben wir:
Uhrknall
Ursprünglich sollten die Vermessungen die Navigation von Schiffen verbessern. Aber nach hundert Jahren Sternegucken ging das immer noch nicht voran
Dann hat ein sehr schlauer Uhrmacher Uhren entwickelt, die auch auf Schiffen genau gehen und so die Navigation auch ohne Sterne ermöglichen. Wir waren beide ganz baff, wie sehr uns die Geschichte und die vier Prototypen faszinierten
Auch mit guten Uhren hatte jeder Ort seine eigene Zeit - entsprechend des Sonnenaufgangs ging der Tag in Manchester zehn Minuten später los als in London
Universale Zeit kam erst mit der Entwicklung der Eisenbahn, und die Uhren im ganzen Land wurden mit einer sehr genauen Uhr in Greenwich vernetzt.
Gut für die Umwelt, schlecht für die Wissenschaft
Die abendliche Führung begann mit einer Projektion im Planetarium, zu der ein junger Doktorant einige besondere Aufnahmen zeigte. Besonders beeindruckend waren Bilder der Sonne, die erst am selben Tag aufgenommen worden waren - heutzutage sind viele Satellitenmessungen sofort im Internet verfügbar. Danach gab es verschiedene Vorträge: die Teleskope wurden erklärt, warum der Null-Meridian nicht ganz richtig liegt, und wie schnell die Internationale Raumstation fliegt. Zuletzt kamen wir zum großen Teleskop. Wegen englischen Wetters konnten wir nicht durchgucken, dafür wurden vergangene Aufnahmen auf die Linse projeziert. Ein kleines Mädchen durfte das riesige Gerät mit einer Hand drehen und schieben, um zu zeigen, wie einfach es zu bedienen ist. Ich habe immer schön viele Fragen gestellt und erfahren, dass man heutzutage die Lichtverschmutzung in Städten rausfiltern kann und deshalb sogar wieder Forschungsteleskope in die Sternwarte eingebaut werden. Aber die neuen energiesparenden LED Lichte machen dem einen Strich durch die Rechnung, weil sie ein breiteres Spektrum als traditionelle Lampen verblenden.
Nach der Führung gingen Ellie und ich noch zur nahen Themse, wo eine schönes Segelschiff liegt, die Cutty Sark. Bevor wir Sonntag nach Hause fuhren, besuchten wir noch die Galerie im Queen's House mit dem berühmten Armadaporträt: Elizabeth I vor sinkenden spanischen Schiffen.
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| Komisch vor der Sternwarte |
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| Die Cutty Sark |
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| Im Haus der Königin |



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