Freitag, 8. Februar 2013

03.02.2013 – Drei Spitzen und sieben Schwestern

Ein Wochenende nach dem gemeinsamen Ausflug nach Winchester hatten wir uns in noch größerer Besetzung zum Besuch der Sieben Schwestern verabredet. Das ist ein Naturpark um eine Formation von sieben weißen Kreideklippen am Meer östlich von Brighton. In Brighton selbst war ich das letzte Mal im Herbst mit Monika und einigen Gästen gewesen.
Mathieu und ich wurden von Carla abgeholt, einer Portugiesin aus dem Ort Swindon nordwestlich von Southampton. Das Pärchen aus Southampton, mit dem wir letzte Woche unterwegs gewesen waren, trafen wir in Brighton. Der Samstagmorgen war sonnig und ich nahm meinen Dreispitz auf seinen ersten großen Einsatz. Nach einem Mittagessen aus Fish and Chips an der windig kalten Küstenstraße erreichten wir die Sieben Schwestern relativ spät und kamen über schlammige Wege erst kurz vor Sonnenuntergang an den Strand. Das war aber schöne Abendstille zwischen zwei Hügeln und Vogelbrutgewässern und erinnerte mich an die Ostsee, als der Weg einen immer näher an das Rauschen der Brandung führte. Wie bereits früher bemerkt wirkt das Meer bei Brighton viel größer, weil der Blick zum Horizont nicht von der Isle of Wight begrenzt wird.

Bei Dunkelheit gingen wir zurück in Brighton mit einer portugiesischen Freundin Carlas in ein kleines Konzert und anschließend durch ein, zwei Pubs und nach Mitternacht ganz kurz tanzen mit einigen gruseligen Gestalten zu den Hits der 80ern.

Einige der Schwestern im Hintergrund.
Kurz vorher hatte die Sonne die Klippen noch strahlend weiß gemacht.

Brighton ist in Sachen Nachtleben Portsmouth ganze Dimensionen voraus, sein Ruf zieht Unmengen Nachtschwärmer aus dem nahen London zu Spaß am Meer. Auch lässt sich der Ruf als hippes Pflaster nicht bestreiten. In den dekorativ und musikalisch tollen Kneipen hielt nur Platzmangel mein Tanzbein still und ich habe zum ersten Mal gut angezogene Engländerinnen gesehen, was ich ihnen auch gerne gesagt habe. Andererseits habe ich auf dem Weg nach Hause auch die bisher schlimmsten Exzesse an systematischer Selbstzerstörung gesehen, und leider bewohnten einige davon die Nebenzimmer unseres Hostels.
Am diesigen Sonntag suchten wir uns ein spätes Frühstück in den bunten Straßen des Hippieviertels und den „Gassen“, dem zentralen Gelände für Besucher mit Läden und Gastronomie. Auf der Rückfahrt nach Portsmouth hielten wir auf mein Betreiben noch in Arundel an, einer kleinen Stadt, deren massive Burg und katholische (!) Kathedrale Monika und mir seinerzeit von der Autobahn ins Auge gefallen war. Nach diesem Wochenende mit lauter Leuten in meinem Alter konnte mich zum ersten Mal seit meiner Ankunft hier betrachten und für fast ausgeglichen empfinden. Mitte Februar besuche ich wieder Kalina zu einem Maskenball, weshalb ich mir das vorhergehende Wochenende kategorisch zur Erholung freigehalten habe.

In den wenigen freien Momenten allein habe ich Riekes Weihnachtsgeschenk ausgelesen. Interessanterweise wurde das gleich von einer Art verspätetem Geschenk in einem geheimnisvollen Paket ersetzt. Über die Feiertage hatte ich mich in Templin mit Friedemanns gläubiger Schwester über Existenz und Natur der Hölle unterhalten. Das hat sie scheinbar zum Anlass genommen, mit Informationsmaterial aus ihrer Gemeinde zukommen zu lassen.

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