Auf einer weiteren Fahrradtour mit Adriana am letzten Mittwoch erfuhren wir zufaellig von Theaterauffuehrungen ganz in der Naehe unseres Bueros. Dabei handelt es sich um eine Laiengruppe aus der Umgebung, die den Sommer ueber jeden Monat ein anderes Stueck in einer alten grossen Scheune auffuehrt. Ich war bereits frueher auf einer Tour allein auf die Scheune gestossen und auch damals wurde gerade Romeo und Julia gespielt. Aber erst jetzt hatte ich Zeit dafuer, sodass wir gleich am Donnerstag zu Shakespears Komoedie der Irrungen gingen. Dazu kam noch eine irische Kollegin mit, die am gleichen Tag wie ich ihre Arbeit hier begonnen hat. Vor allem aber habe ich Monika eingeladen, da ich sie unbedingt einmal ins Theater nehmen wollte, bevor sie zum Schauspielstudium nach London zieht. Wuerde sie hierbleiben, wir koennten soviel gemeinsam machen, wenn zum Beispiel Mitte September der Unichor anfaengt. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, nicht nur zum ersten Mal seit dem Umzug ins Theater zu kommen, sondern dazu gleich drei andere Leute mitzuziehen. Das Spiel war natuerlich nicht professionell, aber spassig und vor allem fuehlte ich mich in der alten Scheune zwischen Felder wie in der Uckermark, mit Brombeerbueschen neben den Feldsteinwaenden.
Freitag bin ich direkt von der Arbeit ins drueckend heisse London zu Kalina gefahren. Das war mein erster richtiger Besuch, seitdem ich im Maerz und April wegen der Vorstellungsgespraeche hier in Titchfield durch London gekommen war. Kalina macht ein Praktikum und bleibt ca. fuenf Wochen im Haus von Freunden - einer erstaunlich gut eingerichteten Wohnstaette von erfolgreichen bulgarischen Einwanderern. Wie im Bilderbuch, die Jugend gerade hinter sich, ein Kind, Riesenflachbildschirm. Ihre aeltere Schwester war auch da und ich habe fuer sie gekocht. Samstag sind wir in eins der beruehmten Londoners Musicaltheater zum Koenig der Loewen gegangen. Das erste Mal seit ich mit 16 den Starlight Express gesehen habe, auch in London, als Teil der Sprachschule in Brighton. Damals fand ich es so albern wie ich erwartet hatte, aber diesmal hat es grossen Spass gemacht. Danach fuehrte ich die Maedchen hauptsaechlich auf den Spuren meiner naechtlichen Wanderungen im Maerz und April (jeweils vor der Rueckfahrt zum Flughafen morgens) durch die wichtigsten Londoner Orte und Plaetze. Als erstes nahm ich sie in die Modeboutique einer kleinen Londoner Marke, fuer deren Kleider an Maedchen mich Ania in Rostock begeistert hatte...und Kalina tut das gleiche. Abend gingen wir noch in die schlechteste Salsaparty der Welt; da ist jede unserer wenigen Provinztanzstunden hier in Portsmouth besser. Zum Schluss zeigte ich ihnen noch den Pontonanleger an der Themse, von der man einen wunderschoenen Blick auf die nachts erleuchtete Tower Bridge hat. Am Sonntag gab es einen grossen Ausflug zum Palast Hampton, einer grossen Anlage ausseralb Londons, die insbesondere mit Heinrich VIII verbunden ist, also dem Koenig, der die Anglikanische Kirche erfunden hat. Das Wochenende hat mich eine gute Stange Geld gekostet, und ueberhaupt sind meine Ausgaben erstaunlich hoch.
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| Das beste Kleid der Welt. |
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| Kaline und die Nachwirkungen von Olympia. |
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| Am Trafalgar Platz. |
Zu Hause ist unser mexikanischer Mitbewohner wieder ausgezogen. Dann hatten wir nach dem tschechischen am Montag nach London ein franzoesisches Paerchen, dass am Folgetag mit der Faehre nach Hause fuhr. Ich habe mein neues, steuerfreies Fahrrad bekommen, dass mich wie auf Fluegeln zur Arbeit und zurueck bringt. Desweiteren habe ich endlich eine Mitfahrgelegenheit fuer Regen und Winter gefunden. Trotz des neuen Rad ist das Wochenende auf der Isle of Wight noch einmal verschoben, da Monika nur noch das kommende Wochenende (mit freiem Montag) hier sein wir und ich das nutzen will, bevor ich die Abende und Wochenenden wieder allein sein werde.
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| Das beste neue Fahrrad der Welt. |
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