Freitag, 30. August 2024

Wir hatten ein langes wochenende. Am freien Montag machten wir einen schoenen Ausflug zum Spielplatz in Clanfield, wo wir vor einigen Tagen noch mit Mutti, Papa und Rieke gewesen waren. Irgendwie haben wir den jahrelang uebersehen, obwohl er gross, grasbedeckt und sicher umzaeunt ist. Otto kann da richtig rennen. Er zeigt im Vergleich zum letzten Besuch auch erkennbare motorische Fortschritte auf einigen Geraeten.

Als naechstes kommt Friedemann, und ich habe mir die kommende Woche frei genommen.


Sebastian

zeigt mehr Interesse an musischen Dingen als Otto. Er mag das Klavier, und nimmt von selbst Stifte und Kreide zum malen. Besonders ersteres macht mir die Betreuung leicht.

liebt seinen Bruder und will seine kleinen Arme um ihn wickeln


Otto

Heute ist Ottos letzter Tag im Kindergarten. Es ist eigentlich unglaublich, dass er bereits einen Abschnitt  seines Lebens abschliesst. Eigentlich wuenschte ich, dass er noch ein paar Jahre in seiner vertrauten Umgebung bleiben koennte. Ebenfalls heute hatte er seine letzte Eingewoehnung in der Schule. Eine halbe Stunde mit seiner zukuenftigen Klasse, in der er wohl merkwuerdig still blieb. Ich denke, die Umstellung wird ihm lange durch den Kopf gehen. Danach ging es wieder zurueck in die Kita.

Eine Kindergaertnerin sagte uns, dass Otto dort Witze erzaehlt. Was wohl ungewoehnlich frueh ist, aber zu Hause macht er das auch, und sie sind erstaunlich gut.

Auf Nachfrage: es gibt weder eine besondere Veranstaltung zur Einschulung, noch hatte Ellie zu ihrer Zeit eine. Der Schwerpunkt liegt mehr auf Eingewoehnung in den Wochen davor. Schliesslich beginnen die Kinder die Schule einige Jahre frueher als ich damals.

Ich habe mit Otto Mehl gemacht, aus Gerste, die wir am Spielplatz in Clanfield gepflueckt hatten.

Otto kann weiterhin nicht alleine spielen. Wenn er an Ellies Arbeitstagen um 16 Uhr nach Hause kommt, wird es schwierig, weil wir noch arbeiten muessen. Also stellen wir ihn wieder vor Bildschirmen ab. Sebastian zeigt da bereits andere Tendenzen.


am kleinen Teich im Gemeinschaftsgarten am Schwanenteich in Southsea



Freitag, 23. August 2024

Familienbesuch

Oma, Opa und Tante Rieke sind zehn Tage in Portsmouth gewesen. Wie immer ist das zuviel zu schreiben. Darum besonders Erinnerungswuerdiges in Kuerze:

Ausfluege

  • der Spielplatz in Clanfield, wo Otto einfach mal lange ueber eine Wiese rennen konnte und wir  an einem fruehherbstlichen Tag Brombeeren und Gerste gepflueckt haben. Gefolgt vom Mittagessen im Pub in Soberton
  • Ausflug ohne Kinder ueber zwei neue Cafes auf dem Land
  • wir waren oft am Meer, meistens mit Sebastian, und ich konnte endlich wieder baden
  • mehrmals in der Altstadt und im Hafen
  • mit Otto im Zoo Marwell
  • Rudern auf dem Chichester Kanal
  • einige Stunden in den Museumsdocks im Hafen


Ich war sehr beeindruckt wie Mutti und Rieke mit den Jungs spielten. Besonders Omas Art und Weise, besonders mit Otto. Es hat mir viel zum Nachdenken gegeben, ueber Otto und auch mich als Vater. Keine Antworten, nur neue Fragen und Zweifel. Es macht einen nur traurig, dass Otto nicht oefter seine Oma haben kann.

Alle haben mit Otto Deutsch gesprochen, und er hat selbst etwas mehr gesprochen. Seit dieser Woche antwortet er mir mit ja und nein, d.h. auf Deutsch. Selbst nachts im Halbschlaf. Da bin ich schon maechtig stolz auf ihn.

Und Sebastian ist einfach nur suess, laechelt alle an und bringt sie selbst zum laecheln.

Ich habe den Sandkasten im Garten wieder abgebaut. Alle Katzen der Umgebung benutzen jedes freie Stueck Erde als Klo.













Freitag, 9. August 2024

Notizen der letzten drei Wochen:

Eines Samstagabends machte ich mit den Kindern ein Picknick am Strand. Dort schlossen sich zufaellig alte Tangofreunde an und dann kam auch Ellie nach. Jemand spielte mit Otto sodass ich mich sogar etwas unterhalten konnte. Das war angenehm. Ich wuensche mir seit Jahren Sommerabende am Meer mit den Kindern.

Ein anderes Mal fuhren wir zum offenen Tag des Modelvereins Fareham. Nicht weit von meinem alten Buero, und zwischen lauter Wegen, die wir ueber die Jahre belaufen haben, betreiben sie unbemerkt hinter hohen Hecken ein richtig grosses Gelaende mit Baeumen und mehreren Eisenbahnstrecken, Tunneln, Werkstatt und Bahnhof. Auch ferngesteuerte Autos und Boote haben sie und an diesem Tag auch einige Oldtimer. Otto durften ueberall mal mitfahren bzw. -steuern. Sebastian fuhr meines Erachtens das erste Mal Modelleisenbahn und freute sich. Ich stopfte mir vor allem diverse Kuchen der netten alten Frauen im Bahnhof rein. Nur zu heiss war es mir eigentlich. Die Kindern waren abends auch erschoepft.

Dann waren wir einmal einfach in einem Biergarten in East Meon, der gruen, schattig und eingezaunt ist. Einfach, weil wir einmal am Wochenende raus wollten, aber beide Eltern fertig waren. Diese Stelle ist jedes Mal schoen und die Kinder sind lange beschaeftigt, ohne dass wir besonders viel machen muessen. Die Fahrt durch die South Down tut mir auch gut.


Wir hatten eine relativ heisse Woche. 24 Grad - mein Limit in der feuchten Luft. Die Brombeerzeit ist wieder da. Otto reagiert jedes Jahr ausgesprochen positiv darauf.


Sebastian

  • ist regelmaessig mit der Kita am Meer. Ich bin immer ganz stolz, dass er gerne da ist.
  • schlaeft momentan noch schlechter. Braucht immer jemande bei sich. Ist Ellie bis 21.30 noch nicht unten loese ich sie oben ab. Sehen tue ich sie dadurch nur noch waehrend der Arbeitszeit Mittwoch bis Freitag wenn die Kinder in der Kita sind.
  • scheint weiterhin gut in der Kita klarzukommen. Begeistert ist er nicht bei der Uebergabe, aber er weint nicht.
  • ich nehme weiter zu Kenntnis, wie sich Sebastian von Otto unterscheidet. Kurz gesagt ist er einfach viel froehlicher und an Menschen interessiert.
  • hat sein Klangbuch "So klingt der Fruehling" lieben gelernt. Wir muessen ihm staendig "Im Maerzen der Bauer" vorspielen. Darueber hat er aber auch das Klavier entdeckt. Auch daran zeigt er mehr Interesse als Otto.
  • hat das Kuscheln entdeckt - anders als Otto. Legt sich gerne mit seinen kleinen Baeckchen auf Kissen oder Eltern und laechelt.


Otto

kriegt weiterhin nicht genug von elektrischen Bussen. Typische Beschaeftigung zur Mittagszeit, wenn Ellie mit Sebastian im Bett ist. Bringt ihn wenigstens aus dem Haus raus.

lernt in den letzten Tagen begeistert Deutsch, seit er eine Sprachapp auf meinem Telefon entdeckt hat. Ich lasse ihn viele Sprachuebungen machen, schreiben kann er ja noch nicht.

Eine Weile war er auch sehr an meinem Pflanzen- und Tierebuch interessiert.

kaempft stark mit seinen Emotionen. Manchmal sehr lieb und schlau und anhaenglich. Oft aufbrausend und hat letztens auch was nach mir geschmissen. Ich muss mich da oft stark zusammenreissen und an mein "Training" denken. In erstmal in den Arm nehmen statt ihn aus dem Zimmer zu schicken. Gleichzeitig aber kann ich  das momentan leichter als den normalen Mist mit Kindern dieses Alters denn als etwas pathologisches einordnen.

unsere momentane Abendroutine: wir ueben etwas Deutsch, gucken ein Video aus der Sendung mit dem Elefanten, lesen ein Buch und dann schlaeft er relativ schnell ein. Wahrscheinlich ist er einfach viel fertiger als man ihm ansieht. Nicht, dass das frueher viel geholfen haette.


Johannes

Mir geht es allgemein ganz gut, aber meine Nerven brechen schnell. Man hat einfach nie Zeit fuer sich allein zum entspannen - es sei denn auf dem Weg ins Bett, nach 23 Uhr, wenn ich aus Sebastians Zimmer torkele und meist keine Willenskraft habe, nicht aufs Sofa zu fallen und auf mein Handy zu glotzen. Und dann schlaeft man halt zu spaet und ist noch mueder.

Eine Tage vor der Anreise meiner Familie kam zum Beispiel die Nachricht, dass ihr Quartier kurzfristig verlegt wurde. Im grossen und ganzen keine Katastrophe, aber mein ganzer Tag war sofort versaut, weil ich kaum mentale Reserven habe. Am naechsten Tag habe ich dann in einer absoluten Hauruckaktion ein neues Quartier um die Ecke von uns gebucht und das alte storniert. Geht also - aber nur, wenn man dafuer die Arbeit schleifen laesst. Alles ein Nullsummenspiel.

Ellie hat begonnen, Samstagvormittag zum Zumba zu gehen. Ich habe die Jungs dann alleine, aber meistens ist das ueberaschend einfach, besonders solange es Brombeeren gibt.


Einmal sind wir mit Bus in den Hafen gefahren. Und hinter mir faehrt gerade ein elektrischer Bus.

manchmal hat auch Sebastian keinen Bock

im Biergarten in East Meon


Schaetten, Platz, Gruen und etwas Sport

Otto bekam einen neuen Freund




Der Absolvent

Ende August geht Ottos Zeit in der Kita zu Ende. Fast traurig, eigentlich. Heute haben sie im Park neben der Kita eine Art Abschlussveranstaltung fuer die aelteste Kinder gemacht. Unter Baeumen, ohne Hitze, sassen die Familien Picknickdecken bis die Kinder von der Kita gelaufen kamen. Otto verstand nicht, weshalb er nicht zu seinen Eltern laufen kann. Sie bekamen dann eine Art Robe so einen schwarzen Hut aus Papier; nur bei Otto scheiterten die Erzieherinnen damit groesstenteils. Dann setzten sie sich auf kleine Stuehle, sangen ein Lied und dann wurden sie aufgerufen und bekamen eine Urkunde. Ersteres fand Otto gut, letzteres kostete ihn all seine knappe Gedult. Er zog Gesichter als wuerde er gleich schreien. Kleiner Junge, kaempft mit sich. Dann durften die Kinder endlich zu ihren Eltern, und v.a. zu deren Picknick Essen.

Ich musste dann zurueck zur Arbeit, waehrend Ellie mit Otto auf den Spielplatz ging und spaeter Sebastian abholte.