Sonntag, 19. Mai 2024

Die vergangene Woche war sehr schwierig. Sebastian ist ploetzlich krank geworden und hat lange zur Erholung gebraucht. Jeden Tag bruellte er ewig und ohne erkennbaren Grund; Ellie war mehrere Tage mit ihm im Schlafzimmer eingesperrt.
Meine Nerven sind schon seit langer Zeit schwach und versagen schon bei geringen Belastungen. Diese Woche ging es mir wirklich schlecht. Ich habe mich richtig hoffnungslos gefuehlt. Im Rueckblick scheint die Situation nicht mehr so schlimm, aber so ist es halt heutzutage.

Waehrend Ellie weggesperrt war, blieb alles weitere an mir haengen. Otto, der Haushalt; die Arbeit eher nebenbei. Da muss ich ordentlich Stunden nachholen. Erst musste ich Otto erklaeren, dass er seine Mami nicht sehen kann und das war furchtbar. Dann gab er sich erkennbare Muehe zu helfen, und das tat mir fast noch mehr leid.

Und es hat unser Grundproblem wieder offen gelegt: wir haben einfach nicht genug Haende. Es reicht einfach nicht. Wenn alles in Ordnung ist, kommen wir mit viel Muehe, guter Organisation und Glueck gerade so hin. Sobald einer von uns ausfaellt reicht es einfach nicht. Die Kinder kotzen und pullern in die Betten und niemand hat Zeit das zu waschen. Zeitweise hatten wir nicht genug Decken fuer alle und auch nichts mehr zu essen im Haus.

Man rennt und rennt; zur Kita, zur Arbeit, wieder ins Bett; man hat nie Pause oder Zeit fuer sich, und trotzdem kommt alles zu kurz. Es war eine absolute Misere. Aber vor allem voellig normal. Das wird immer wieder so sein.

Und waehrend ich Ellie vorher selten gesehen hatte, sah ich sie jetzt ueberhaupt nicht mehr. Ich fuehle mich manchmal einfach einsam, waehrend ich im gleichen Haus sitze wie meine Frau.

Uns rettet nur Ellies physische und psychische Kraft. Ich habe keine Ahnung wie sie das aushaelt.

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