Heute sind wir mit Otto zu Thomas der kleinen Lokomotive gefahren. Thomas the Tank Engine, ist in anglophonen Ländern ein großes Ding. Er geht zurück auf Kinderbücher, ab 1945 von einem Pfarrer geschrieben. Erst 1984 wurden Trickfilme produziert (sehr liebenswert, und gelesen von Ringo Starr). Seitdem muss die große Popularisierung begonnen haben; jedenfalls ist das heutzutage die klassische Kindheitserfahrung vieler Leute hier. Während man Filme und Bücher problemlos bekommt, fand ich die Originale interessanterweise nirgends in den üblichen Bezugsquellen.
Nun gibt es die Wasserkresse-Linie, eine regionale Traditionsbahn, die etwa 45 Minuten Autofahrt von hier vier Bahnhöfe betreibt. War mir vor Kind immer zu weit und etwas zu teuer gewesen. Aber bekanntlich entdeckte oder entwickelte ich im Stress von Ottos ersten Monaten eine starke Nostalgie für Dampfzüge und wahrscheinlich generell "die gute alte Zeit"; potenziell aufgrund von Erinnerungen an die Harzquerbahn. Die Traditionsbahn von Tenterden im letzten Jahr konnte ich krankheitsbedingt nicht nutzen.
Aber nun verantstaltete die Wasserkresse-Linie einen "Tag mit Thomas" am Bahnhof von Ropley. Wir waren sehr positiv überrascht. Erwartet hatte ich einen überlaufenen Ort voll ausgeregter Kinder und gestresster Eltern. Stattdessen gab es genug Platz und sogar beschattete Wiesen zum Ausruhen und Picknicken. Die Hauptattraktion war Lokomotive Thomas selbst, der kurze Strecken hin- und wieder zurück fuhr. Das war für die Kleinen besser als die einstündige Fahrt in Tenterden, die für Otto damals einfach langweilig war. Diesmal sind wir gleich dreimal mitgefahren. Otto ist vor Aufregung auf den altmodischen Polstersitzen auf und ab gehüpft.
Mir hat das Ambiente auch persönlich richtig gefallen. Wir hatten auch großartiges Wetter dazu. Blauer Himmel und draußen zogen Weizenfelder und Koppeln mit Tieren vorbei. Die Strecke zieht sich einen Hügelkamm entlang, wodurch man auch einen ganz tollen Ausblick hatte. Thomas fuhr nur einen kleinen Teil und ich würde gerne mal die ganze Strecke abfahren. So richtig schön mit gepackten Stullen und einer Thermosflasche. Otto meinte abends im Bett, dass er mich dazu einlädt, wenn er groß ist.
Aber auch abseits von Thomas hat mir das ganze Spaß gemacht. Direkt neben der Hauptstrecke ist eine kleinen Modellbahn, mit der wir auch noch zweimal gefahren sind. Es ist wirklich erfüllend, Otto Freude zu bereiten. Wenn auch kumulativ teuer. Lange Zeit wusste ich, dass es keinen Sinn macht, viel Geld für ihn auszugeben, weil er vieles sowieso noch nicht versteht. Aber das ändert sich nun.
Schließlich habe ich mir, für mich selbst, eins der originalen Bücher gekauft, am Souvenirstand an dem ich Otto eigentlich vorbeischleusen wollte, weil Souvenirs ja schließlich frivol sind.
Auf dem Bahnhofsgelände ist auch unabhängig von Sonderveranstaltungen viel zu sehen. Zum Beispiel würde ich gerne mal in die Werkstatt gehen, wo man wohl von einer Gallerie aus Reparaturen beobachten kann. Und weiter hinten stehen noch diverse historische Lokomotiven. Hätte man die Zeit, würde man einfach nochmal hinfahren. Die Fahrt selbst war übrigens auch wunderbar, durch die South Downs im schönen Monat Mai.
Otto Nachrichten
- Otto hat sein eigenes Bett sehr viel schneller angenommen als erwartet oder wirklich gewünscht. Nach so lange Zeit schlafen wir jetzt praktisch gar nicht mehr mit ihm im gleichen Bett und zunehmend nicht mal mehr im gleichen Zimmer. Wie so vieles war das erst schön als es nicht mehr nötig war.
- ... aber bald werde ich wieder jede Nacht bei ihm sein, wenn sein Bruder das Schlafzimmer unbewohnbar machen wird
- Vater sein macht immer mehr Spaß weil ich Sachen erklären kann. Zum Beispiel war er bei zwei Gymnastik Stunden. Interessiert sich, wie erwartet, kein bisschen für Anweisungen. Aber zu meiner Überraschung lernt er doch und zeigt bestimmte Routinen auch zu Hause. Letztens hat er die Rolle vorwärts gelernt.
- Otto sagt uns jetzt, dass er uns lieb hat und zeigt es auch, teils als Kuss teils als Sabber
- lässt sich weiter sehr gerne vorlesen
Johannes Nachrichten
- Mein französisches Puzzle ist fertig. Jetzt fange ich das von Warnemünde nochmal an.
- Wir sind mental im Endspurt der Schwangerschaft angekommen. Lange Zeit war sie mir überhaupt nicht so präsent wie bei Otto, weil man einfach soviel mehr zu tun hat als damals. Aber jetzt hören wir langsam auf Pläne für die kommenden Wochen zu machen und treten uns in den Hintern, dass soviele Reparaturen immer noch nicht gemacht sind.







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