Unser Katzen vertragen sich endlich. Anfang Januar blieb Ellie krankheitsbedingt zwei Tage zu Hause und schrieb mit am Ende der Zeit auf die Arbeit, dass die beiden im gleichen Zimmer eingeschlafen seien. Gejagt und gerannt wird immer noch viel, aber inzwischen können wir einschätzen, dass sie damit spielen oder maximal ihre Rangfolge ausloten. Beide sind im Grunde große Kuscheltiger. Mehr Kuschel als Tiger ehrlich gesagt.
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| Wer ist wer? |
Auf der Arbeit läuft es gerade richtig gut. Ich wurde drei Tage zum Ersthelfer ausgebildet und habe anschließend eine Woche lang gelernt, Daten in schönen Grafiken zu zeigen. Letzteres ist Teil das Aufbaustudiums, aus dem ich vor einem guten Jahr zurücktreten musste, weil ich jeden Freitag früh bis nach Oxford hätte fahren müssen. Jetzt werden Module als Intensivkurse im Büro angeboten, was mich sehr freut. Allerdings habe ich in diesem Kurs eigentlich nichts gelernt, wass ich nicht schon konnte. Im Mai und Juni habe ich jeweil einen weiteren Intensivkurs in mir noch fremden Themen.
Durch die längere Abwesenheit konnte ich nicht am Hauptprojekt meines Teams teilnehmen, was mir nur recht ist. Denn ich führe dadurch sein einiger Zeit praktisch meine eigenen Projekte, die mich erstens mehr interessieren und zweitens kann ich mal zeigen, was ich kann. Noch im Dezember habe ein Programm geschrieben, dass die Produktion eines bestimmten Datensatzes völlig automatisiert und mal zeigt, wie unsere Arbeit aussehen könnte und sollte. Wenn es nach mir ginge, würde ich gleich mit dem nächsten Datensatz weitermachen, bis alle Routinearbeit automatisch läuft und wir uns auf die Analyse konzentrieren könnten.
Außerdem wurde mir ein besonderes Projekt gewärt: seit Jahren setze ich mich dafür ein, dass wir einen Abend beim alljährlichen Wissenschaftsfestival Pint of Science ausrichten. Dabei werden Vorträge in lokalen Pubs in Städten auf der ganzen Welt gehalten; ich bin seit Jahren großer Fan. Jetzt wurde mir grünes Licht gegeben, drei Vorträge über die Entwicklung der modernen Statistik zu schreiben und Mitte Mai zu halten. Das wird entweder glorreich oder peinlich.
In London habe ich mir auch ein neues Buch gekauft. Das habe ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht; ich gehe lieber in die Bibliothek. Dieses aber war nirgends zu finden. Es handelt sich um den ersten Teil der Geschichte Europas aus dem Verlag Penguin. In meinem ersten Winter hier war mir der zweite Teil gegeben worden, Das Erbe Roms, über das frühe Mittelalter. Seitdem habe ich es immer wieder ganz und in Teilen gelesen, so auch die letzten Monate wieder, weil ich über diese Zeit praktisch nichts wusste. Das gleiche gilt auch für die Antike, die im ersten Buch der Reihe beschrieben wird. Deshalb habe ich es nach langem Abwägen doch gekauft, obwohl ich eigentlich nie zum konzentrierten Lesen komme.
Gleiches gilt für mein kleines Mikroskop: ich hoffe, dass es kein vorübergehendes Interesse ist. Aber mehrere Wochen lang hatte ich große Lust, die kleinen Dingen anzusehen. Nach etwas Beratung durch eine ehemalige Mikrobiologin auf der Arbeit habe ich mich für ein billiges Kameramodel entschieden, d.h. das Bild ist elektronisch und wird auf meinem Handy oder Computer angezeigt. Darum kann ich auch einfach Schnappschüsse machen.

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