Donnerstag, 17. Mai 2018

Amateurwissenschaftler der Welt

Montag bis Mittwoch dieser Woche war das jährliche Wissenschaftsfestival Pint of Science, dass ich vor zwei Jahren entdeckt hatte. Jeden Abend finden in verschiedenen Kneipen Vorträge von freiwilligen Dozenten statt, meist von der Uni. Ich dränge seit damals darauf, dass auch mein Amt das machen sollte, aber noch ist nichts geschehen.
Montag haben die Geologen angefangen und gezeigt, wie Indien den Himalaya aufschiebt. Und Erdwürmer sind schuld, dass Dinge unter der Erde verschwinden und von Archäologen wieder ausgebuddelt werden müssen. Interessanterweise sinkt alles nur bis auf eine bestimmte Tiefe ab, unter der die Würmer nicht mehr graben.
Dienstag waren die Verhaltensforscher dran und Ellie ist auch mitgekommen. Wir haben gelernt, dass Menschenaffen bis zu 5.000 Handzeichen und ca 1.700 menschliche Worte verstehen, selbst aber nur jemals 4 gesagt haben. Und Menschen können ab 3 Jahren lügen, aber es gibt keine einheitliche Gestik oder sonstige Symptome, die das verraten.
Mittwoch waren es Wildfeuer in der Erdgeschichte (als die Athmosphäre 30% Sauerstoff hatte, brannte es sehr viel häufiger), und ein Geophysiker hat Bilder von verschiedenen Boden-Radaruntersuchungen im Dienst der Archäologie gezeigt. Ich habe fleißig Fragen gestellt und kriege von ihm hoffentlich einen Datensatz zum Rumspielen.

Friedemann hat zur gleichen Zeit in München erfahren, dass ein 15km langer Asteroid bei Einschlag in Australien alle Gebäude Münchens ins Weltall schleudern könnte.
Die Astronomen der Uni Portsmouth machen bei Pint of Science nicht mit; sie organisieren eigenständige Kneipenvorträge durchs ganze Jahre. Dafür habe ich letztens mit Daten der Raumsonde "Gaia" gespielt. Die misst die Positionen von 1,6 Milliarden Sternen und hat mich seit langem begeistert. Ende April hatte die Europäische Weltraumagentur einen neuen Datensatz veröffentlicht. Auch wenn ich die meisten Variablen nicht verstehe, habe ich einige graphisch dargestellt.

Orbit der Sonde - vermutlich um die Sonne? Quelle: ESA

Lichtquellen im Sonnensystem aus der Sicht Gaias. Ich vermute, dass das eigentlich die Scheibe der Milchstraße ist und die Schwingung durch Gaias eigene Rotation entsteht. Quelle: ESA

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