Die letzten sechs bis acht Wochen kam ich nie zum Schreiben. Ich weiss, dass viel erwaehnenswertes passiert ist, erinnere mich aber nicht mehr. Hier einige Notizen aus der Zeit, und was mir noch im Gedaechtnis blieb.
An einem Wochenende besuchten uns Ellies Vater mit Frau und Cousine. Die Kinder wie immer begeistert, auch wenn Otto gerade krank war. Fuer mich war auch etwas besonderes dabei: ein Buch von Ellies Uropas Zeit im Krieg. Der lieferte 1944/45 mit der HMS Begum Kampfflugzeuge in den Pazifik. Erlebte die japanische Kapitulation in Singapur und besuchte viele Laender der Region. Muss fuer ein armes Kind aus dem Londoner East End ganz schoen beeindruckend gewesen sein.
Ellie hoerte auf den jeweiligen Elternabenden der Kinder ueber beide ausgezeichnetes. Ottos Lesen und Rechnen ist tatsaechlich sehr gut.
Sebbi
stieg endgueltig in die naechste Kitagruppe auf. Beide bisherige Betreuerinnen sind traurig - zu Recht! Seine sprachliche Entwicklung macht mich richtig baff. Der kann inzwischen richtig gut erklaeren und umschreiben, zum Beispiel wenn Mami ein deutsches Wort nicht kennt.
Auch ein kuerzlicher Besuch bei der Kinderschwester brachte nur gute Bewertungen.
Seine Sprache beeindruckt uns weiter. Nicht kennt er "Sanitaeter", er weiss auch, dass es auf Englisch "paramedic" heisst.
Otto
Ueber die letzten Wochen haben wir richtig mit laengeren Buechern angefangen. Erst lasen wir sein erstes Kapitelbuch aus: Enid Blytons "Kinder vom Kirschbaumhof". Dann die Fortsetzung: Die Kinder vom Weidenhof, und jetzt den dritten Teil der Serie. Ich muss Otto oft Sachen erklaeren, die sich seit den 1950ern veraendert haben.
Im ersten Schulprojekt des Jahres ging es um das Grosse Feuer von London 1666. Dazu werden am Ende als Hausaufgabe Haeusermodelle gebaut und angezuendet. Ich mag diese projektbasierte Arbeit.
In den letzten Wochen haben wir beide den Eindruck, dass Otto weniger vorm Bildschirm sitzt. Er liegt ihn von allein irgendwann ab und nimmt sich Spielzeuge. Durchaus auch mal mit Sebbi. Einmal setzte er sich an meinen Schreibtisch und zeichnete konzentriert einen Bauplan fuer ein Auto. Da wuerde ich ihm gern gleich seinen eigenen Arbeitsplatz geben.
Um Halloween haben wir einen Kuerbis gebastelt. Unsere "Ruhige Zeit" vor dem Schlafengehen ist wirklich schoen.
Otto entwickelt wichtige Faehigkeiten richtig gut: im Familienschwimmen sein Rueckenschwimmen und Tauchen: innerhalb einer Stunde ging es von aengstlichen Versuchen zum begeisterten Tauchen nach neugekauften Sinkspielzeugen. Und er hat angefangen ganze Buecher am Stueck zu lesen. Kinderbuecher natuerlich, aber durchaus mit Dutzenden Seiten. Eine Zeit lang wollte er gleich nach dem Aufwachen eins durchlesen. Wir bringen eine ausgefuellte Leseliste nach der anderen mit, fuer die er dann jeweils eine Urkunde kriegt. Sowas greifbaren Meilensteine motivieren ihn.
Grosse Aufregung: Otto hat die ersten zwei Milchzaehne verloren. Und zu seiner besonderen Begeisterung kam nachts tatsaechlich die Zahnfee, holte sie unter dem Kissen raus und legte dafuer zwei Pfund hin.
war mehrere male krank. Einmal hatte er einen fiesen Ausschlag am ganzen Koerper. Und natuerlich gibt er nie zu, dass ihm kalt, schlecht oder muede ist.
Johannes
wir haben zweimal Brataepfel mit Marzipan- und Walnussfuellung gemacht. Nuesse und Aepfel waren selbst gesammelt. Wider erwarten gehen sie ziemlich schnell zu Neige.
Wir haben den Dachboden sukzessive entruempelt. Ganz frei ist er nicht, aber es wird langsam ein Raum, den man nutzen kann.
Ich lese viel, oft durcheinander. Ich lerne sehr viel, und weiter mit viel Freude, aus meinem grossen Linuxbuch. Habe daneben ein zweites, kleineres, praktischer angelegtes Buch angefangen und durchgelesen. Es ist ein tolles Gefuehl, ein neues Werkzeug zunehmend zu verstehen. Dazwischen nehme ich immer wieder Humor im Ostblock in die Hand, oder alte Krimis, oder alte Stark Trek Fangeschichten.
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| Herr Fuchs hat eine Fliege an, und Sebbi weiss jetzt, was das ist. |
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| Das loeste allgemeine Begeisterung aus: Otto liest Sebbi deutsche Kinderlieder vor. |
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| Im Baumhaus, auf dem Weg zur Kita am Morgen. |
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| Beim jaehrlichen Besuch in der Weihnachtsabteilung des Gartenbaumarkts in Horndean. Hoelle auf Erden. |









